Geschichte des Freibades Heiden - bis in die 1940er Jahre
Wie man aus den nachfolgenden Auszügen aus den Protokollen der Sitzungen
des Rates der Gemeinde Heiden erkennen kann, dauerte es von den ersten
Überlegungen bis hin zur Einweihung des neu gebauten Freibades über 20
Jahre. Dabei darf man aber sicher die politischen, kriegerischen und
wirtschaftlichen Wirrungen und Probleme nicht außer Acht lassen.
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Sitzungsdatum | Protokollauszug |
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24.01.1927 |
Betr. der Anlage einer Badeanstalt sollen 2 zur Verfügung stehende Plätze am Donnerstag 27.d.M. Nachmittag 3 Uhr vom Ausschuß besichtigt werden. |
05.02.1927 |
Nachdem eine Besichtigung von Mitgliedern des Gemeindeausschusses der beiden zur Verfügung stehenden Plätze zur Badeanstalt (Akemeier, Hellweg) stattgefunden hatte wurde heute einstimmig für den Platz des Herrn Hellweg gestimmt. Die weitere Vorarbeit wurde dem Gemeindevorstand überlassen, welche sich mit dem ansässigen Maurermeister in Verbindung setzten. |
24.02.1927 |
Die Angelegenheit der Badeanstalt wurde eingehend besprochen. Ein Entschluß konnte jedoch wegen der hohen Kosten noch nicht gefaßt werden. Der in Aussicht stehende Platz soll jedoch am Sonnabend 26 nachmittag 4 Uhr vom gesamten Ausschuß besichtigt werden und dann in einer in 8 Tagen stattfindenden Sitzung endgültig Beschluß gefasst werden. |
02.03.1927 |
Badeanstalt wurde eingehend besprochen und beschlossen den Bäkerschen Garten zu diesem Zweck anzukaufen. Der Kaufpreis soll nach Möglichkeit 1500 RM nicht übersteigen. Jedoch wird der Gemeindevorstand ermächtigt, wenn nicht anders möglich mit der Kaufsumme bis zu 1700 R Mark zu gehen. |
27.03.1927 |
Der Gemeindevorstand gibt bekannt das der Kaufpreis des Bäkerschen Garten 1500 RM nebst sämtlichen Unkosten beträgt. Mit dem Bau einer Badeanstalt auf dem obigen Grundstück soll nach Möglichkeit in nächster Zeit begonnen werden. |
15.01.1930 |
Der Gemeindevorstand wurde beauftragt sich die nötigen Unterlagen für den Bau einer primitifen Badeanstalt zu besorgen. |
04.03.1930 |
Einstimmig wurde beschlossen zu den Eingereichten Bedingungen des Ober(????)meister Görder nicht zu bauen. Der Gemeindevorstand wurde beauftragt zu versuchen das Grundstück zu günstigen Bedingungen zu veräußern und nutzbringend für die Gemeinde anzulegen. |
29.03.1930 |
Den Verkauf des früheren Bükergarten der Parzelle 22 Kartenblatt 4 zu 15a 39quad.Meter an August Dubbert und Hermann Stammeier zum Preise von 1600 Reichsmark wurde zugestimmt. Das Kaufgeld kann vorläufig mit 8 % verzinst bei halbjähriger Kündigung stehen bleiben. |
In den Jahren bis 1936 konnten keine weiteren Protokollauszüge mit Besprechungsthemen zum Freibad gefunden werden. |
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30.12.1936 |
Der Bau einer Badeanstalt wird beschlossen, es soll im Frühjahr 1937 damit begonnen
werden. Die Wgw. Brinkmann und Stölting stellen den Weg dorthin
unentgeltlich zur Verfügung.
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09.03.1939 |
Mit dem Bau der Badeanstalt kann noch nicht begonnen werden, da das erforderliche Gelände noch nicht gekauft werden konnte. Es sollen nun Verhandlungen mit den Besitzern aufgenommen werden. |
In den jetzt folgenden Jahren fanden kaum noch Ratssitzungen statt, zumindest wurde über das Freibad nicht geredet. Umso erstaunlicher ist die schnelle Umsetzung des Planes nach Kriegsende. |
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08.09.1945 |
Zu Punkt 5, Schaffung einer Badeanstalt, wird beschlossen, die Arbeiten dafür möglichst beschleunigt in Angriff zu nehmen. Leider ist wegen Mangel an Material vorläufig nicht daran zu denken. |
06.06.1946 |
Noch einmal wird der Bau einer Badeanstalt als wünschenswert bezeichnet, und die Möglichkeiten dazu erwogen. Auch die dazu bereits unternommenen Schritte sind nicht ungünstig; jedoch scheitert die Angelegenheit wegen Mangel an Baustoffen für dieses Jahr. |
09.12.1946 |
Der Bürgermeister (Sentker) gab
dem Gemeinderat bekannt, dass Frl. Berkenkamp ihr gegebenes Versprechen,
die Parzelle der Gemeinde für die Badeanstalt zu überlassen, wieder
schriftlich zurücknahm. Der Bürgermeister wurde beauftragt das
Enteignungsverfahren einzuleiten.
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10.03.1947 |
Nachdem mit Frl. Berkenkamp in Detmold keine Einigung zustande kam wird einstimmig beschlossen, das Grundstück für die Badeanstalt zu enteignen. |
19.02.1948 |
Es wurde das bisherige Sammelergebnis für die Badeanstalt - RM 9.112,50 - bekanntgegeben. |
21.06.1948 |
Der Bürgermeister gibt bekannt, dass die Einweihungsfeier für das neu
gebaute Freibad für den 11. Juli 1948 vorgesehen ist und als Bademeister
sich Herr Oevermann beworben hat. ![]() |
26.08.1948 |
Es wurde einstimmig beschlossen, dass die Konzession zum Ausschank alkoholfreier Getränke in der Badeanstalt in Heiden weiter auf den Namen der Gemeinde lauten soll. |
26.04.1949 |
Für den Posten als Bademeister waren einige Bewerbungen eingegangen. Es wurde
einstimmig beschlossen, Herrn Otto Baier als Bademeister vorzusehen. Es
wurde jedoch die Bedingung gestellt, dass Herr Baier die
vorschriftsmäßigen Schwimmprüfungen für den Posten des Bademeisters
ablegt.
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28.09.1949 |
Es wurde bekanntgegeben, dass die Badeanstalt geschlossen sei, und Herr Bayer bis zur nächsten Badesaison bei der Mühle Steinhage eine Beschäftigung aufgenommen habe. Durch die Badeanstalt hatte die Gemeinde im Jahre 1949 eine Einnahme von ca. 2.100,- DM. Die Finanzierung ist somit 100%ig sichergestellt und darüber hinaus ein Überschuß zu verzeichnen. |
Als nächster Tagesordnungspunkt in dieser Sitzung fiel uns zufällig noch auf:
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freibad_heiden