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Paul und Anna Habigsberg sowie Kurt und Hanna Tolle

Am 30. Januar 2008 traf sich Manfred Hempelmann in fröhlicher Runde mit den Ehepaaren Paul und Anna Habigsberg sowie Kurt und Hanna Tolle.

 

Hier das Haus Habigsberg zur Zeit der Errichtung der Badeanstalt um 1950…

…und so sah das Haus Tolle, Niedernkamp 44, um dieselbe Zeit aus.


Nachfolgend eine Zusammenfassung über das, was da so im Hinblick auf die Entstehungsgeschichte des Freibades bekakelt worden ist, dabei wird auf Hinweise, wer was zu dem Gespräch beigetragen hat bewusst verzichtet, da die Ergebnisse gemeinsam aus dem Gedächtnis zusammengetragen wurden:

Auf die Frage nach dem Planer und technischen Leiter der damaligen Bauerei entspann sich eine Diskussion, in deren Verlauf Namen, wie Bollo Wieneke, Martin Kaup und Walter Strüßmann mehrfach genannt wurden. Letzten Endes einigte man sich darauf, die heute lebenden Kinder der genannten nochmal zu fragen. 

Um den Aushub aus der Baustelle zu transportieren, hatten sie sich Lorenwagen irgendwo geliehen mit entsprechenden Gleisen (wahrscheinlich von der Ziegelei Lage). Die wurden dann mit Schüppen vollgeladen und über eine schräge Ebene aus der Grube heraus geschoben. Das meiste wurde direkt neben dem Becken angefüllt, der ganze Aushub ist jedenfalls in der Nähe geblieben, z.B. da wo heute die Häuser neben dem Freibad stehen. Ein wesentlicher Teil wurde auch in Richtung des heute verrohrten Bachlaufes geschoben.

Die Wiese, auf der gebaut wurde, hatte vorher Sentker immer gepachtet, da waren immer Rinder oder Kälber drin.

Gruber Ernst, der müsste noch weitere Einzelheiten wissen, der hat ein gutes Gedächtnis. Der hat in der Post bei Sentkers gewohnt, jetzt wohnt der in der Kurve der Tannenbergstasse vor Friedrich. Der ist ein Jahr älter, als Frau Tolle.

Aus der Grube wurde blauer und gelber Kitt herausgeholt, den konnte man kaum von der Schüppe kriegen. Man wollte auch schon früher wohl mal versuchen, Steine davon zu brennen, aber davon ist aus welchen Gründen auch immer, nichts geworden.

Fricken Fritz, der Schlachter von der Ecke am Heideweg, der hatte sich seine Jauchefülle mitgebracht und nahm erst einen Pott voll Wasser und machte darin die Schüppe erstmal nass --- das war eine mächtige Quälerei. Dann kamen die Findlinge auch noch zu Tage und keine großen Maschinen waren vorhanden. Ganz große Findlinge wurden aber nicht gefunden, die vorhandenen konnte man bewegen, wenn auch schwer. Wenn man ganz große Steine gefunden hätte, die hätte man ja garnicht herausgekriegt.

Wir hatten damals mehrere Trecker, mit denen Kies gefahren wurde. Rhodovi, Wrampen hatten so ein altes Kratur und  Avenhaus hatte einen. Die hatten alle diese alten Trecker: Hanomag, und haben damit alle Kies gefahren. Im Dorfe hatte Neese den ersten Trecker, aber damals noch nicht.

Frau Tolle erhielt einige Fotos von Frau Sentker, sie glaubt es lohne sich, diese nochmal nach weiteren Fotos zu fragen. Sie selbst hat unter anderem ein kleines Foto von 4 x 4 cm Größe, auf dem man kaum etwas erkennen konnte.

Erst auf einer Vergrößerung sah man deutlich einen Teil des Schwimmbades mit Hecken, Bänken und einen Blick auf den Hof Sentker. Altroggen Haus war damals noch nicht vorhanden.

Da von den Anwesenden keiner Angaben zu der Eigentumsübertragung des Freibadgrundstückes beitragen kann, wird zu dieser Frage ebenfalls auf Frau Sentker verwiesen.

Als Bademeister im Jahr 1948 taucht der Name „Oevermann“ in den Ratsprotokollen auf. Es gab seiner Zeit wohl einen Studienrat Oevermann, der bei Hellweg wohnte, der kamen damals als Evakuierter mit Familie aus dem Ruhrgebiet. Man war der Meinung, der könnte wohl das erste Jahr als Bademeister fungiert haben.

Fritz Stukenbrok, der hat damals dabei geholfen (gemeint war: Schweine schlachten), dass sie wieder „was“ hatten zum tauschen. Dann musste Heinz Beckmann mit einem Motorrad irgendwo hin, nach Beckum, oder so und von da kam dann wieder eine Ladung Zement.  

Als man in der lockeren Runde auf die Ziegenbockstation zu sprechen kam, erzählte einer der Teilnehmer:

  

Das erzählte unser Vater immer, da wo jetzt Ziegenbeins wohnen: Bögeholz, die hatten so eine Lett-Tür, so eine halbe, wo man oben drüber gucken konnte. Unser Vater und die anderen Jungens, das waren damals ja auch so Bengels, die mussten da jeden Tag, wenn sie zur Schule gingen vorbei.

Die hatten jedenfalls ein Schild an der Tür mit der Aufschrift:

„Wir haben einen Ziegenbock.

 Wir böcken für 1 Mark“.

Herr Habigsberg holte aus seinen Beständen eine alte Karte von einem Teil Heidens vor dem  Umlegungsverfahrens in den 1950er Jahren. Das Freibadgrundstück ist darauf allerdings leider nicht verzeichnet.

Danach wurde ein weiteres Späßchen über die Anfangsjahre des Freibades erzählt:              

 

Nach einem Sängerfest, da haben wir mal eines Nachts da gebadet, so eine ganze Truppe und der alte Baier (der damalige Bademeister) rief immer: „Ist da einer? Ist da einer?“ und wir waren mindestens mit 10 Leuten. <Alle lachen>

Aber dann war es schon wieder gut.

Dann lag eine Ansichtskarte von Heiden auf dem Tisch mit der Frage:

Von wann ist die?

Schnell waren sich alle einig: Der Kinderspielplatz stellt von den 5 Fotos die neueste Einrichtung in Heiden dar. Die Eltern des Herrn Habigsberg hatten damals (in 1959?) die obere Ecke des jetzigen Spielplatzgeländes von der Kirchengemeinde angepachtet und wollten darauf Tannengrün züchten. Schon sein „Opa in der Heide“ war damals nicht dafür, so zog sich die Umsetzung hin.

Die Gemeinde Heiden hat dann in 1965 geplant, dort eine Parkanlage und einen Kinderspielplatz anzulegen. Gegen Zahlung einer angemessenen Entschädigung haben Habigsbergs auf die Nutzung verzichtet und sind von dem Pachtvertrag mit der Kirche zurückgetreten. Es wurde also festgehalten: Die Ansichtskarte muss aus den Jahren 1965 oder 1966 stammen. Die auch auf der Postkarte abgebildete Turnhalle ist 1961 gebaut worden.

Zu Lebensmittel/Feinkost Kohlwes: Helga Kohlwes hat gemeinsam mit ihrem Mann in 1963 das Geschäft von ihren Eltern übernommen, die das Haus an Stelle

dieses alten Fachwerkhauses in 1937 errichten ließen.

 

Lebensmittelgeschäft von Auguste und Wilhelm Pott, Haus - Nr. 28. Am 11.8.1931 gründete Sohn Willi einen Kartoffel- und Kohlenhandel und ersetzte in 1937 den Altbau durch einen Neubau ähnlich, wie er heute noch zu sehen ist.

Zurück zu der Badeanstaltsbauerei, kam die Erinnerung an einen großen Mischer, den hatte Eikmeier besorgt, der war beschäftigt bei der großen Firma Krebs und Diekmann in Bad Salzuflen. Das war ein großer Mischer, mit so einem Ding zum heranziehen schon. Der Bogen(Name eines der Helfer), den hatten sie da an der Mischmaschine, der musste da an Zement – und es war meist Zementkalk – immer und immer mehr sparen. Da machte der zuletzt eine Mischung 1 zu 12 mit Zementkalk. Das konnte eigentlich nicht dauerhaft standfest sein, aber man hatte die Mauern damals unwahrscheinlich dick ausgeführt, was man ja bei der Renovierung noch sehen konnte, nur dadurch stand das Ganze nachher. Der Putz war natürlich etwas besser in der Mischung und dessen Abplatzungen hat später Maurermeister Strüßmann repariert.

Und dann der Kies aus Ehrentrup, der war natürlich auch nicht ganz sauber. Aber da Kalk mit der Zeit immer härter wird, war dessen hoher Anteil wahrscheinlich ein Vorteil.

Auch diese fröhlich Runde hatte wieder einige Erinnerungen im Zusammenhang mit der Errichtung des Freibades zusammengetragen. Danke an alle Beteiligten.