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Zeitzeugenberichte - Heinz Brinkmann

 

Heinz Brinkmann

wurde am 16. März 1923 geboren. Bei der Firma Gustav Grabbe in der Sülterheide hat er eine Tischlerlehre absolviert. Nach 1941 begonnenem Arbeitsdienst und Kriegsgefangenschaft bis Weihnachten 1949 arbeitete er bei der Firma Ernst Hilker & Co. in Detmold (später: Omnia). Tätig  war er dort auch lange Jahre als Betriebsratsvorsitzender.

Nachdem er vorher schon einige Zeit als Ratsmitglied fungierte, wählten ihn die Ratsmitglieder der Gemeinde Heiden in den Jahren von 1964 bis zur Bildung der Großgemeinde Lage zu ihrem Bürgermeister.

Am 14. Januar 2008 sprach Manfred Hempelmann mit Heinz Brinkmann über dessen Erinnerungen im Zusammenhang mit dem Freibad Heiden. Vorab wies dieser auf seine Abwesenheit bis 1949 hin, er konnte daher an der Errichtung des Freibades im Jahre 1948 nicht mitarbeiten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier die zurzeit älteste vorliegende Aufnahme aus unserem Freibad. Sie stammt aus der ersten Badesaison kurz nach der Eröffnung im Jahre 1948. Auf dem Foto sind abgebildet von links: Paul Schuster mit seiner Mutter und Hedwig Stecker mit Tochter Rosi. Rechts ist der hölzerne Turm des 3m Sprungbrettes zu sehen, daneben das 1m Brett. Interessant auch der freie Blick im Hintergrund (Bildmitte) bis zum Haus Büschemann und den dahinter liegenden Bäumen des Friedhofes.

Zu einem ihm vorgelegten Foto aus den Anfangsjahren des Freibades  erkannte er neben abgebildeten Personen im Hintergrund vor den Bäumen das Haus Büschemann (mit Walmdach). Außerdem waren vor dem Krieg in der Siedlung Kassebrede die ersten Häuser Eikmeier und Dreimann bereits gebaut worden (links oben). Die anderen Häuser sind alle nach dem Krieg gebaut worden, das ging 1950 da los.

Er übergab Kopien eines Auszuges aus dem „Adreßbuch für das Fürstentum Lippe von 1901“mit den damals bestehenden Adressen der

·        Bauerschaft Hedderhagen

·        Bauerschaft Heiden und

·        Bauerschaft Heßloh. 

Da es damals keine Straßennahmen gab wurden die Hausnummern nach der Reihenfolge der Errichtung vergeben.

Fotos vom Freibad hat er nicht in seinen Beständen.

Nach entsprechender Frage konnte er sich erinnern, das als Schwimmmeister in Heiden zunächst Herr Baier, dann Herr Liebelt und vor dem jetzigen Heinz Tölle noch Heiner König tätig war.

Dieser wurde hier ausgebildet und dann von der Gemeinde Heiden nach Hannover geschickt zur Ablegung der Schwimmmeisterprüfung. Später ist er im Freibad Fischerteich in Detmold - Pivitsheide tätig gewesen. 

Noch wohnhaft in Heiden ist der Sohn des Schwimmmeisters Liebelt, Gerhard Liebelt.

Von Erzählungen weiß Brinkmann, dass Karl Dietz, der Vater des jetzigen Lagenser Fuhrunternehmers Gerhard Dietz seinerzeit Kartoffeln gesammelt und diese gegen Zement eingetauscht hat. Er hatte von den „Tommis“ einen Ausweis, mit dem er auch aus dem derzeitigen englischen Sektor in den französischen Sektor Deutschlands fahren konnte, was zur Besorgung von Zement damals wohl eminent wichtig war. Er fuhr einen LKW, der mit einem Holzkocher angetrieben wurde.

Heinz Brinkmann kann sich auch an einen tödlichen Unfall im Freibad erinnern. Ein Gast aus Lemgo wurde vermisst und dann aus dem damals eher trüben Wasser geborgen. Erst als die Lemgoer Gruppe nach Hause fahren wollte fiel auf, dass nur die Kleidungsstücke eines Gruppenmitgliedes noch da waren. Dann begann eine Suchaktion in deren Verlauf das Wasser komplett abgelassen wurde. Die Leiche wurde dabei unterhalb des Sprungbrettes gefunden. Wodurch der Tod eingetreten war, wie auch das Unglücksjahr, ist ihm nicht bekannt.

Bei der Ausstattung des in 1956 errichteten Massivgebäudes hat Brinkmann mitgeholfen und die hölzernen Umkleidekabinen und Bänke erstellt, das Holz dazu wurde von einheimischen Firmen gespendet. 

Bei den in 1959 erfolgten Erneuerungsarbeiten, die von der Fa. Wienecke ausgeführt wurden, handelte es sich um Ausbesserungen des Betonbeckens, nachdem es Betonaufbrüche gegeben hatte. Beim Bau war unterschiedlich körniger Beton aus den Kiesgruben in Ehrentrup und Müssen verwendet worden. Wienecke musste schon damals die Gewähr dafür geben, dass das Becken dicht bleibt. Wie lange diese Gewähr bestehen sollte, ist nicht überliefert.

 

Danke an Heinz Brinkmann für das Gespräch.